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Sami Kuci: Beim Apfelbaum
Was das Mondlicht nicht sagt Beim Apfelbaum Unter dem Apfelbaum vergräbst dudas Buch mit den Zaubersprüchen.Jede Nacht kommst du hierher und isst von den Äpfeln.Wenn wir es aussprechen, verlieren wir es,sagst du zu mir. Sprich esimmer nur in dich hinein,nur so wirkt der Zauberund verändert die Weltdurch dich und durch mich,ohne dass wir´s bemerken.Plötzlich steht… Continue reading
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Heute leider kein Gedicht… vom letzten Sonntag nachgeschobene Gedanken, während ich im Zug sitze und die unsterbliche Hoffnung mitfährt, das die Bahn mich zur Frankfurter Buchmesse bringt – nicht pünktlich, aber überhaupt 🤓
Über die Produktivität des Herumliegens und andere Formen literarischer Arbeit Es gibt Tage, an denen ich schreiben muss. Und dann gibt es Tage, an denen ich schreiben muss und dennoch nicht schreibe. Heute ist Sonntag. Niemand möchte etwas von mir. Keine Mail verlangt eine Antwort, jedenfalls keine, die nicht bis Montag warten könnte. Kein Text… Continue reading
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MaKreWe: Sichtbarkeit
An einer Hand Sichtbarkeit 40 Jahre aus der Schule. Da stand natürlich ein Fest an. Ich hatte lange überlegt, ob ich überhaupt hingehen sollte. Wirklich Lust hatte ich keine. Aber ich hatte einen Joker im Ärmel: Ich konnte nicht fest zusagen, weil ich nicht wusste, ob wir rechtzeitig aus dem Urlaub zurückkommen würden. Und das… Continue reading
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Stella vom Meer: Samo šuti
Meiner Mutter Sprache Samo šuti Ich bin eine Braut ohne Sprache.Stehe vor dem Altar, keine Worte. Das Kleid, nur geliehen.Die Predigt, unverständlich.Der Ring, KaugummiautomatDer Bräutigam, mein Du aus Fremdem. Wir kennen uns, wie man sich kenntwenn man sich auf der Straße grüßt Du liebst KloßDen werde ich kochenUnd Burgen, ich baue sie diraus Sandstein und… Continue reading
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Barbara Riemer: Mein Herbst
Goldene Töne vor der Stille Mein Herbst Federleicht wie Pergament fallen Blätter bunt und feinin des Tages Glanz und Pracht und des Mondes Nacht hinein. Winde stürmen über Hain und Flur. Über Stoppelfelder der Naturzieht ein feiner Nebelschweif sehr sachtund verwandelt Wald und Feld in eine gar stille Pracht. Vogelnester sind verlassen und ihr Zug… Continue reading
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Clemens Josef Horschig: Gedanken im September
Dem Mond nach… Gedanken im September wie herum dennBlätter welken lassen,dass von der Blüte des Sommersnoch Knistern bleibt,den Regen zu wärmen es heißt, die Novemberluftsei zu zierlich,die Stimmen der Vögelzu tragen wer weiß schon,wie licht der Morgenauf den Lippen liegtwenn sanfter Schauerweich und lauernddeine Augen wiegtund Sonne sicham Fenster regt der Himmel schläft,wie noch von… Continue reading
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Jan Schoepe: Haikoides / Philologin i.R.
Vom stillen Ton zur frühphrygischen Gemüseküche Haikoides Stiller Ton erklingtFledermaus flink schwingtGrüner Frosch versinkt Knall im leeren RaumBlind jagen Kulturen sichFarblos zerbricht Licht Heiligkeit scheint hellWo Macht rafft, zerstörtVölkerrecht zerbricht Philologin i.R. Früher begrüßteFrau Lydia,spürbar begründet,fürwahr lügende,sparsam lüsterndelydische Lyrikübergrünende Hülsenfrüchtefrühphrygisch-versüßterGemüseküche. Resonanz Gedichte brauchen bekanntlich wenig Platz. Das ist für die Gegenwart insofern praktisch, als diese… Continue reading
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Diana Jahr: gehwege|gehege
Lyrische Wortgänge der besonderen Art gehwege|gehege ich lasse dichmeine gedanken passierenwenn ich schreibevon feuer und eisund vom apfelden ich heute aßgebacken mit wortschmelzund weltschmerzim garten sprießt der windmit dem ersten krokusum die wettelauf ich mit dirschon lange nicht mehrwir wettern nichtwir lassen unstreibendurch wortgängeund verschaffen uns gehörbei den pferdenunter den bäumensagst durasten ideeneiner unbeschriebenen erde… Continue reading
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mo.rph fährt zur Messe. Und nimmt Gedichte mit…
Drei Wochen Stille, eine Buchmesse und ziemlich viele Stimmen, die gehört werden wollen Es war etwas still hier. Drei Wochen lang sogar. Für ein Journal, das sich der Lyrik, Poetik und poetischen Gegenwart verschrieben hat, lässt sich das selbstverständlich mühelos als ästhetische Entscheidung verkaufen. Stille. Leerstelle. Erwartung. Man könnte etwas abgehoben von einer kuratierten publizistischen… Continue reading
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Ich verstehe das nicht. | Über Gedichte, Bedeutungen und andere Zumutungen
Manchmal sagen mir Leserinnen und Leser meiner Gedichte: Ich verstehe das nicht. Ich antworte dann meistens: Versuche nicht zuerst, es zu verstehen. Versuche, etwas zu empfinden. Das ist natürlich eine etwas unbefriedigende Antwort. Besonders für Menschen, die in ihrem Leben gelernt haben, dass Texte dazu da sind, verstanden zu werden. Man liest eine Gebrauchsanweisung, um… Continue reading
